Der Neue Wiener Kreis

Guten Tag.

Willkommen auf der Internetpräsenz des Neuen Wiener Kreis.

Das Bild oberhalb hier stellt im Kern den alten Wiener Kreis dar, der zumindest bis zur Mitte der 1930er Jahre existiert hat.


Hier sehen sie alten Eingang zum Mathematischen Institut. Hinter diesen Türen traf sich der alte Wiener Kreis zu seinen Beratungen.

Hier ein nach Größenordnungen dargestellte Übersicht über alle Wissenschaftsdisziplinen. Wenn sie die Hierarchie der Wissenschaften von unten nach oben beschreiten, kommt es mit jeder neuen emergenten Ebene zur Bildung einer dazu passenden Fachwissenschaft. Die Philosophie mag in diesem Schaubild nur ganz unten zu finden sein, doch das ist eine trügerische Ansicht. Die Philosophie, also die Liebe zur Weisheit ist eine Art alles durchströmender Äther der sich durch alle Disziplinen bis ganz noch oben hin erstreckt.


Eines der ersten, wenn nicht das erste Geheimnis, das sie innerhalb des Kommunikationsnetzwerks des <NEUEN WIENER KREIS> erfahren werden, ist das unser sogenannter Kreis ein soziales Gehirn also ein Netzwerk ist, bzw. spätestens bei entsprechender Größe sein wird. Zu Zeiten des alten Wiener Kreis war ein kleiner elitärer Zirkel funktional, weil es die Technik um große Kommunikationsnetzwerke zu erschaffen schlicht und ergreifend noch nicht gab. Daher konnte ein Kreis in Form eines Kern – in Relation zu seiner intellektuellen Umwelt eine hohe Performance entwickeln. Die Strahlkraft des originalen Wiener Kreis lässt sich bis heute in vielen Disziplinen wie der Philosophie, Physik, Mathematik, Wissenschaftstheorie und Erkenntnistheorie nachweisen. Meiner Ansicht nach waren sie auf einem verdammt richtigen Weg. Nämlich auf dem Pfad der Wahrheit. Und nicht auf dem Pfad von Lobbys, Interessen, Politik, Geld und Macht.

Die komplette Tradition des originalen alten Wiener Kreis wird zumindest zu Beginn vollständig vom Neuen Wiener Kreis übernommen. Was nur momentan schon feststeht, sind ein paar kleine Erweiterungen und einen einzigen fundamentalen Unterschied, die einfach die fortschreitende Wissenschaft in der Zwischenzeit notwendig gemacht hat. Den einzigen fundamentalen Unterschied, den ich schon verraten habe, ist, dass es zwar zu Beginn zwangsläufig, zumindest <Einen Kern> im Netzwerk des Neuen Wiener Kreises geben wird.

Sich die Entwicklung aber in Richtung Netzwerk bewegen wird. Ein Netzwerk das sich an einem (menschlichen) Nervensystems oder etwas bildlicher und trivialer gesagt an einem Rhizom orientieren wird.

(Die genau Technik, Praxis, Software, Vorgehensweise und alle Regeln die zur Selbstorganisation des <NEUEN WIENER KREIS> notwendig sein werden – werde ich, zur jeweils reifen Zeit, in handlichen, technisch formulierten und knackigen Artikeln, zumeist hier unter https://neuerwienerkreis.org unters Volk, das heißt unseren Kreis hineintragen.)

Bzgl. Kultur. Sie können nicht einfach eine Kultur festlegen; die 30 Regeln und Gesetze dazu aufschreiben und glauben sie hätten eine Stammes-Kultur damit erschaffen. Nur die Kommunikation also der Diskurs möglichst vieler mit vielen ist in der Lage die angestrebte Kultur entstehen zu lassen. Kommunikationssoftware ist also einer der technischen Grundpfeiler des <NWK>.
Ohne dem wird die Sache nicht so klappen wie wir uns das vorstellen.

Der <NWK> wie er abgekürzt gerne genannt wird, wird zu einem sozialen Hirn strukturiert und aufgebaut. Ein soziales Gehirn das gegenüber uns allen als Einzelne – eine übersummative Intelligenz besitzen wird. Der Kreis wird also schlauer – sein und werden – als jeder einzelne von uns auch nur annähernd in der Lage wäre zu sein. Wem der Plan schon jetzt klar ist, kann gerne an den verschiedenen Kommunikationsorten des Kreises beginnen darüber zu plaudern.

(Alles was ich hier an Technik und Praxis und Regeln aufschreibe, erzeugt mit Sicherheit nicht ursächlich die für ein funktionales soziales Gehirn benötigte Kultur. Kultur können sie wie gesagt nicht einfach machen. Mit 10 Geboten oder ähnlichem. Man kann die gewünschte Kultur aber entstehen lassen, indem man die richtigen Eckpunkte für die Kommunikationsnetzwerke vorgibt. Heißt: Die Kultur der <NEUEN WIENER KREIS> wird niemals von einer Einzelperson festgelegt. Sondern die performante und mächtige Kultur kann und wird nur über diskursive Prozesse innerhalb des Netzwerkes entstehen. Also: Man kann Kultur nicht einfach machen, aber man kann sie entstehen lassen. Und genau das ist einer unserer größten und langfristigsten Ziele.)

Neben den stoischen Klassikern in Form der Phýsis (Naturphilosophie) und der Logik (logikè téchnē) wird es als Zusatz eine dritte Komponente geben in Form einer Ethik. Ob sie dann am Ende wirklich die geschmackvolle Frucht der Wissenschaft/Naturphilosophie und der Logik sein wird, wird sie erst zeigen müssen. Und diese Ethik wird auch nichts mit Moral oder Politik zu tun haben.
Der Kreis wird weitgehend & klugerweise politisch und moralisch neutral auftreten. Die Meinungen von
Einzelmitgliedern interessieren den Kreis nicht per se.

Die Ethik wird sich ausschließlich, als Support darstellen, welches das Duo Wissenschaft/Naturphilosophie und Logik zu einer ganzen Schule oder gar Weisheitslehre machen wird. Es wird sich stark an den stoischen Empfehlungen zum guten, richtigen und glückseligen Leben orientieren. Das Schöne, das Wahre, das Gute und die Freundschaft. Also der Suche nach Weisheit, Glückseligkeit, Seelenruhe, Mäßigung, Selbstgenügsamkeit und Affektarmut um den Geist und die Logik nicht zu korrumpieren. Diese Tugenden erscheinen mir im Moment die tauglichsten zu sein. Zum einen sind sie friedlich, sozial und helfen zu verhindern, dass das logische Denken und Schlussfolgern nicht durch Gefühle, Befangenheit oder Emotionen korrumpiert wird. Daher wird auch der pragmatische Wahrheitsbegriff von mir dringend empfohlen. Also: Wahr ist was funktioniert. Diese pragmatische Definition hat einige Vorteile. Die Natur und die Praxis sind immer wahr; falsch, unvollständig, fehlerhaft, ungenügend oder falsch formuliert ist daher immer nur der von Menschen gemachte Theorie. Je stärker sich demnach die Theorie mit der Praxis Deckungsgleich zeigt – umso stärker kann man den Wahrheitsgehalt einer These oder Theorie setzen und bewerten. So wie Goethe schon sagte ~ Falsch liegt immer nur der Mensch.

Inwieweit die ebenfalls aus der hellenistischen Kultur hervorgegangenen Strömungen bzw. Schulen wie den Epikureismus und den verschiedenen Formen der Skepsis zu inkludieren sein werden, wird sich mit Sicherheit erst im Diskurs ausverhandelt lassen. Klar ist die Schwere der empfohlenen Skepsis schon sehr nahe an den Kernthemen des Kreises, namentlich an der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methode selbst. Den richtigen Grad, Stärke und Ausformung einer adäquaten skeptischen Haltung könnte sich noch als intensiver Diskurs darstellen. Die Skepsis an-sich hat ja keine Lehrmeinung. Sie ist also eher mehr eine Art “Lebensform”. Eine Lebensform allerdings die man in Schwere, Grad und Ausprägung erst finden muss.

Eine feine aber sehr konkrete Ethikkomponente gibt es übrigens schon bei unseren direkten WK Vorfahren.
Hier spreche ich von einem, der als einer der drei Hauptgründer des Wiener Kreises gilt:
Moritz Schlick (1882 – 1936).
Ethischen Problemen hat Moritz Schlick zeitlebens große Aufmerksamkeit entgegengebracht, insbesondere den Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach der Konstituierung einer allgemein zu akzeptierenden Moral. Die Schriften “Lebensweisheit” (1907) und “Fragen der Ethik” (1930) bilden sozusagen die Eckpunkte seiner bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Auffassung von der Ethik als einer psychologisch begründeten Lust- und Glückseligkeitslehre.

Sein Buch von 1907 Mit dem Titel: Lebensweisheiten, trug den Untertitel: Glückseligkeitslehre. Und hier nun der direkte Konnex zur ethischen Position des Neuen Wiener Kreis. In der griechischen Antike rund um Attika und benachbarte Küsten herrschte nach dem Tod von Alexander dem Großen (Tod: 323 v. Chr.)
über einige Zeit überwiegend die hellenistische Kultur vor. In dieser Kultur wurde zumeist als oberstes,
durch Weisheit festgelegte Ziel eines Menschen, die Erlangung von stabiler Glückseligkeit gesehen. Im damaligen griechisch war das Wort für die Glückseligkeit der Begriff der Eudaimonia. Und die beiden Schul Gründer Epikur(Epikureismus) und Zenon von Kittion(Stoizismus) hielten das für so klug, weise und Nachhaltig, dass sie für ihre Schulen, ebenfalls als oberstes Ziel, die Eudaimonia nannten. Nur der primäre Eckpfeiler um Glückseligkeit entstehen zu lassen unterschiedeten sich bei Epikur und die Stoiker ein wenig. Die Epikureer nannten die Ataraxie (unerschütterliche Seelenruhe) und die Freiheit von Beunruhigungen als wichtigsten Punkt zu Erreichung der Eudaimonia. Für die Stoiker war es die Apatheia (Affekt- und Empfindungsarmut) die am meisten zur Erlangung der Eudaimonia beitragen kann. Beide Dinge sind jedoch richtig und beide Eckpfeiler sind klugerweise einzusetzen, um den Raum in dem die Eudaimonia gerne entsteht – zu setzen bzw. abzugrenzen. ( Mehr erfahren sie hier: https://www.freismuth.org/wie-erlange-ich-glueckseligkeit/ )

Dem hören sagen nach tendierte Schlick ein klein wenig in Richtung des Epikureismus.
Den man ebenfalls wie den Stoizismus, manchmal noch als eine antike Glückseligkeitslehre
bezeichnen könnte. Im NWK werden wir wohl das beste aus der Stoa, Epikur und den Skeptikern verschmelzen.

Epóche! Also die Zurückhaltung bei meist völlig unnötigen Meinungsbildungen war einer der Nachhaltigsten und funktionalsten und weisesten Empfehlungen der antiken Skeptiker. Probieren sie es selbst aus. Enthalten sie sich wann immer sie können einer Meinung und in weiterer Folge eines Urteils; zumindest wenn es nicht unbedingt von ihnen verlangt wird. Das müssen sie aber über viele Wochen oder sogar Monate explizit trainieren, sonst haben sie kaum eine Chance darauf, dass diese Reduktion von ständiger Meinungsbildung tatsächlich ein inhärenter Teil ihres persönlichen Charakters wird. Das ist jedoch nötig damit es auch funktioniert. Stoiker zu werden bedeutet also nicht nur das studieren der Überlieferung, sondern auch immer wieder Training und Übung.

Mit der stark gesteigerten Enthaltung bei Meinungen über Dinge über die sie sehr wahrscheinlich eh überhaupt keine Ahnung haben – reduzieren sie nämlich direkt vor allem ihre negativen Affekte und Emotionen. Und dies führt in einem weitern Schritt direkt zu einer höheren, stabileren und unerschütterlichen Seelenruhe und Glückseligkeit. Und eine bewusst mental und charakterlich antrainierte Seelenruhe ist eine der Eckpfeiler die man benötigt um Glückseligkeit in sich selbst entstehen zu lassen. Als weitere Eckpfeiler um Glückseligkeit zu erlangen sind im übrigen: Weisheit, Affektarmut, Mässigung, Selbstbeherrschung, Demut, Bescheidenheit, Mut, Selbstgenügsamkeit genannt. Seien sie auch weiters kein Heuchler, Verschwendungssüchtig oder gierig. Diese Dinge stürzen sie oft einfach nur in eigentlich leicht vermeidbares Unglück.

Der Stoizismus hat nichts von dem welches Nietzsche Sklavenmoral nennen würde. Und die zumindest theoretisch vorhandenen konkruenten Weisheitslehren haben aber überdies fast immer den Nachteil, dass ihre Kohärenz mangelhaft und der Umfang ihrer logischen Schlüßigkeiten sehr mager sind. Und nach weitläufiger Überprüfung und Sichtung aller halbwegs ausgearbeiteten Weisheitslehren, muss man feststellen das sie der Qualität und Quantität der stoischen Schule zumeist klar unterlegen sind.
Über die Zeit muss man allerdings einiges aus der antiken Stoa umformulieren und differzierter betrachten. Das liegt halt auch hauptsächlich daran, dass sich die Sprache und die Bedeutung der Worte, die und als Haltegriffe für Dinge dienen – über die Jahrtausende hinweg stets einer leichten Variation unterliegen. Grundlegende Änderungen an der stoischen Auffassung der Ethik wird es aber bestimmt nicht geben.

Übrigens. Die meisten des Alten Wiener Kreis waren der Ethik gegenüber eher skeptisch eingestellt, weil sie, sobald sie die Ethik verlassen und Werturteile treffen, sehr schnell in den Bereich der Moral kommen.
(Unter Umständen handelt es sich ja vielleicht schon um Metaphysik.)
In der Ethik werden normalerweise nur Positionen und die Pro- und Contra-Punkte beschreibend
ausgeführt. Moral unterscheidet sich aber von ihrer Arbeitsweise durch die immer wieder getroffene
Unterscheidung zwischen gut und ungut/schlecht.
Solche Unterscheidungen sind aber keine Unterscheidungen von streng wissenschaftlicher Natur.
Sondern moralischer also vielmehr politische Meinungskultur.

Da aber das sehr stabile Grundkonzept des Alten Wiener Kreises, die ausschließliche und eindeutige Unterscheidung zwischen Wahr und Unwahr als einzige in den Wissenschaften dauerhaft sinnige und gültige Unterscheidung herauskristallisiert hat, bleiben auch wir “Neuen” dabei.

Aber nun genug gequatscht. Wenn sie einigermaßen wissenschaftlich Fit sind machen sie bei uns mit. Vielleicht haben sie ja dann eine kleine zusätzliche spannende Geschichte für ihre Enkel, wenn diese sie fragen, was sie außer Corona sonst noch so gemacht haben in den Zwanzigern. Wer weiß, wer weiß. 🙂