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Ich persönlich, derzeit hauptverantwortlich hier, habe die Vierzig überschritten und wenn ich gefragt werde, was ich bin (wenn sich das nicht gerade performativ & logisch ergibt), sage ich gerne das ich Stoiker wäre. Ich bin zwar nur Stoiker-Lehrling aber ich studiere, übe und trainiere fleißig jeden Tag nach den Empfehlungen der stoischen Schule und den Schriften ihrer Meister und Meisterinnen. Wenn keine Arschlöcher in der Nähe sind; bin ich wohl schon mehr Stunden am Tag glückselig als ich neutral oder unglückselig bin. Stoiker ist aber vor allem deswegen eine gute Antwort, weil man das Gegenüber sofort in verschiedene Milieus bzw. habituelle Segmente einordnen kann.

Also da wären jene die den Stoizismus kennen – das sind Wenige. Mit diesen hat man irgendwie gleich den einen oder anderen Basiswerte im Charakter auf den man sich gemeinsam einigen kann und die alle Seiten ok finden. Das ist meist schonmal ein guter Anfang.

Dann jene die keine Ahnung haben aber nicht in der Lage sind den Mut, Interesse und die Initiative aufzubringen um zu Fragen was ein Stoiker eigentlich sei. Je nach Vorsortierung der Stichprobe gehören rund 75% aller Wiener* in diese Gruppe. Das sind die Langweiler.

Und dann gibts noch jene die sich für ihr Unwissen oder fehlendes Wissen nicht schämen und sofort fragen was ein Stoiker ist?! Die sind meistens die forschen, jungen cleveren, clever, weil sie habituell die Angewohnheit haben, einfach zu Fragen, wenn sie keine Ahnung haben. Und jemand der viel fragt, wenn er wenig Ahnung hat, macht das meist nicht nur bei mir, sondern überall wo er hinkommt und die Dinge neu für ihn sind. Diese cleveren sind jene, die den Nicht-Fragern bei einer extrinsischen und soliden Kompetenzüberprüfung, im gesamten lebensweltlichen Bereich – oft um das fünf oder zehnfache, bei vergleichbarer Lebenserfahrung – überlegen sind. Man mag es kaum glauben. Aber das ist meine Statistik, wenn ich persönliche Anekdoten als wissenschaftliche Erkenntnisse anerkennen würde.

Aber wie jeder gute Wissenschaftler* versuche auch ich bei Arbeiten die eine treffsicheres Unterscheiden zwischen Wahr und Unwahr nötig machen, alle persönlichen Dinge wie, Stimmung, eigene Erfahrungen, eigene Anekdoten, Wunschdenken, Romantik, Vorurteile und unbelegte Gründe sowie deren Gegengründe völlig außen vorzulassen. Das ist vielleicht eine Charakterstärke, die notwendig ist, um zu einem; durch und durch wissenschaftlichen Menschen zu werden.

Indem ich bewusst über mögliche Quellen der Unabhängigkeit meines urteilenden Habitus reflektiere, also durch meine Erfahrung verursachte kognitiven Verzerrungen zu erkennen versuche. Wird meine persönliche Kompetenz zwischen Wahr/Unwahr zu unterscheiden mit jedem Jahr Studium und Training valider und besser.

Nicht nur Bacon, Schopenhauer, Nietzsche und viele Personen aus dem Umfeld des Alten Wiener Kreis et al. sind hierbei gute Lehrmeister, auch die moderne Psychologie hat viele dutzende häufiger auftretende und typische Verzerrungen im menschlichen Denken, Kalkulieren und Schlüsse ziehen entdeckt, beschrieben, benannt und herausgearbeitet. Auch dies kann man als eine Art Checkliste gebrauchen um seine Urteile, welche basierend auf der reinen Vernunft und empirisch haltbarer Daten zu treffen wären, auf Fehlerquellen und Störungen zu überprüfen. Alle eigene Fallerfahrung ist oft nur eine unwillkommene Verzerrung die man beim Unterscheiden zwischen Wahr und Unwahr sehr selten gebrauchen sollte.

Knapp über vierzig habe ich nun eine gut 25-jährige Lesebiografie hinter mich gebracht. Zu Beginn viel technische, wirtschaftliche und allgemeinbildende Literatur. Als ich dann gegen Ende meiner Zwanziger, auf komplexen und verschlungenen Wegen dann auf die geisteswissenschaftlich orientierte Hauptuniversität zu Wien gefunden habe, habe ich mich dort dann primär der Philosophie und Soziologie gewidmet.
Warum und wieso dieser Wandel würde ein ganzes kleines langweiliges Büchlein füllen. Aber soviel sei gesagt. Ich habe zwei Dinge mit hoher Gewissheit herausgefunden. Man kann studieren oder auf die Uni gehen. Und wenn man ein wahrer oder gar echter Philosoph* wäre, kann man das Studium der Philosophie gar nur mehr durch Alter, Krankheit oder Tod beenden. Hat man sich nämlich einmal verliebt und die Vorzüge der Weisheit genossen, nämlich den adäquaten und erfolgreichen Umgang mit der Komplexität der Welt zu ermöglichen erfahren, lässt einem die Suche nach Weisheit nie mehr so richtig wieder los.

Kurz zu mir in klassischer Form um die Erwartungshaltung und Rollenvorstellung von evtl. hier vorhandenen Lesern* zu erfüllen. Ich habe samt meiner Berufsausbildung rund 15 Jahre in technischen Gewerken in der Privat-Wirtschaft gearbeitet. Baustellen, Pläne, Elektrotechnik, Haustechnik, Facility-Management sowie Logistik. IT & Organisation auf je mittlerer Ebene sind mir nicht fremd. Und wie schon erwähnt, hat es mich aufgrund privater Verstrickungen dann 10 Jahre später, als es normalerweise für Studierende der Fall ist, auf das Philosophie-Institut in Wien verschlagen. Sie mögen nicht glauben wie gewaltig sich der Sprachduktus und das Diskursuniversum zwischen Technikern* und Wissenschaftlern* in den Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheidet.

Dadurch wurde das Arbeiten und Denken mit, an und um Systemen, aus den verschiedenen Fachbereichen, die einzige wirkliche fachliche Konstante in den letzten 25 Jahren meines Lebens.

Neben dem technischen und systemtheoretischen denken ist die Philosophie bis heute meine große Liebe geblieben.

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Bernhard Freismuth.